4 neue Impulse für den Valentinstag

In unserem Kalender finden wir Wochentage, Werktage, Wochenenden, Samstage und Sonntage und dann gibt es die Feiertage oder „besonderen“ Tage. Für mich als hochsensible Frauen ist die Unterscheidung einfacher. Ich unterteile Tage in ruhige und in anstrengende Tage. Das heißt, mache sind nährend und manche sind anstrengend, erwartungsgetränkt und reizüberlastet.

Der Valentinstag kann vieles sein. Für manche ist er ein großes Event, für andere eine Marketing-Erfindung. Und für viele sensible Frauen kann es auch ein Tag der gemischten Gefühle sein.

Ein Blick in die Geschichte geriet mir, dass der Valentinstag vermutlich auf den heiligen Valentin von Rom zurückgeht. Er war ein Priester im 3. Jahrhundert. Und er war dafür bekannt, dass er trotz eines rigorosen Verbots Liebespaare traute. Das führte schließlich dazu, dass er dafür hingerichtet wurde.

Historisch ist vieles nicht eindeutig belegt, aber die Symbolik blieb:
Der Mut zur Liebe.
Verbindung trotz Widerstand.
Er wurde somit zum Tag der Herzensentscheidungen.

Erst viel später wurde daraus ein kommerzieller Feiertag mit Blumen, Pralinen und Erwartungen.

Für mich persönlich wurde der Valentinstag vor ca. 20 Jahren zu einem besonderen Erinnerungstag, und zwar für mich selbst. Es war kurz nach Weihnachten und ich litt schon seit einiger Zeit unter massiven Verspannungen im Rücken. Ich habe mit Wärmebehandlungen, wohltuenden Bädern und Massagen versucht, diesen immer wiederkehrenden Schmerzen entgegenzuwirken, aber das alles brachte keine besondere Erleichterung. Damals gab es auch in der Firma, in der ich arbeitete, einige Umstrukturierungen und Spannungen, aber das nahm ich gar nicht so ernst. Denn ich dachte, das sei halt normal. Ich versuchte also, die immer wieder auftretenden Schmerzen großteils zu ignorieren und dachte, es würde schon von alleine wieder besser werden.

Jeden Abend machte ich es mir mit einer warmen Decke und einer Tasse Tee gemütlich. Und danach platzierte ich meinen Kopf auf die Seitenlehne unserer Couch und schlief dabei auch öfter mal ein. Eines Morgens, als mein Mann und ich uns fertigmachten, um zur Arbeit zu fahren, geschah dann etwas Unerwartetes. Ich kam gerade aus der Toilette, als ein schwertartiger Schmerz von hinten meinen Rücken durchbohrte. Der Schmerz war so stark, dass ich kurz das Bewusstsein verlor und bäuchlings auf den Fliesenboden knallte. Das alles führte also dazu, dass ich den Valentinstag im Krankenhaus verbrachte.

Dort stellte sich heraus, dass sich durch das lange Übergehen meiner Schmerzen ein Nerv oder ein Muskel so überdehnt hatte, dass er einfach diesen massiven Schmerz verursachte. Ich weiß gar nicht mehr genau, wie die Diagnose war und es ist im Nachhinein auch egal.

Was mich aber wirklich schockiert hat, war, dass ich die Beschwerden so lange ignoriert hatte und funktionieren wollte, bis mein Körper mich daran erinnerte, mich wieder auf mich selbst zu besinnen.

Das Learning, das ich daraus mitnahm, war, dass ich mir diesen Tag jetzt immer wieder als „Selbstliebe-Erinnerungstag“ markiere.

Und genau das ist für sensible Frauen oft schwierig. Sie funktionieren und tun bis sie nicht mehr können oder der Körper ihnen eine Pause auferlegt.

Auch der Valentinstag kann hohe Erwartungen mit sich bringen.
– Man sollte etwas planen.
– Man sollte überrascht werden oder jemanden überraschen.
– Man sollte besonders romantisch sein.

Und genau dieses „man sollte“ kann Druck erzeugen.

Für sensible Frauen kommt dann oft noch etwas anderes dazu: Sie spüren sehr genau, ob etwas echt ist oder inszeniert. Das führt dazu, dass sich große Gesten ohne innere Tiefe für sie leer anfühlen. Deshalb sind für sie überfüllte Restaurants schnell reizüberflutend. Und was noch dazukommt, ist, dass soziale Medien Vergleiche, was denn alles an so einem Tag gemacht wird oder werden müsste, die Reizüberflutung noch verstärkt.

Und diejenigen, die keinen Partner oder Partnerin haben, fühlen sich an solchen Tagen vielleicht noch einsamer.

Deshalb möchte ich heute eine andere Perspektive anbieten.

Vielleicht gelingt es dir, den Valentinstag aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Einen Blickwinkel, in dem es nicht nur um Romantik oder Konsum geht. Und auch nicht um Erwartungen.

Vielleicht geht es nur mal um eines: um bewusste Verbundenheit.
Mit einem Menschen.
Mit dir selbst.
Mit dem Leben.

Vier sanfte Impulse für sensible Frauen

1️⃣ Mini statt Mega (ca. 2 Minuten)

Frag dich:

Was wäre eine kleine, regulierbare Form von Nähe,
die sich für mich gut anfühlt?

– Ein Spaziergang statt Restaurant
– Ein gemeinsames Kochen statt Event
– Ein handgeschriebener Brief statt Geschenk

👉 Nähe braucht kein Spektakel. Sie braucht Präsenz.


2️⃣ Selbstliebe bewusst praktizieren

Wenn du keinen Partner:in hast, aber auch wenn du einen hast, kann du den Valentinstag zu einem Selbstliebe-Tag machen.

Nicht im Sinne von „Selfcare als To-Do“.

Sondern im Sinne von:

– Was tut meinem Nervensystem heute gut?
– Wo übergehe ich mich sonst – und tue es heute bewusst nicht?
– Welche Qualität möchte ich mir selbst schenken?

Vielleicht ist es Stille.
Vielleicht ein gutes Buch.
Vielleicht ein Gespräch mit einer Freundin.

Selbstliebe ist kein Ersatz. Sie ist die Grundlage.


3️⃣ Erwartungs-Detox

Sensible Frauen leiden weniger an fehlender Liebe, denn durch ihre tiefe Emotionsverarbeitung, lieben sie meistens auch tiefer. Aber sie leiden oftmals an überhöhten Erwartungen.

Deshalb möchte ich dir eine kleine Übung mitgeben:

Schreib auf:
– Welche Erwartung habe ich an diesen Tag?
– Und ist sie wirklich meine oder gesellschaftlich gelernt?

Streiche alles, was sich nach „man sollte“ anfühlt.

Behalte nur das, was sich innerlich stimmig anfühlt.


4️⃣ Die 20-Minuten-Regel für echte Verbindung

Wenn du in einer Beziehung bist:

Setzt euch 20 Minuten ohne Handy zusammen.
Ohne Ablenkung.
Ohne Agenda.

Und beantwortet euch eine einfache Frage:

„Was hat dich in letzter Zeit innerlich bewegt?“

Keine Problemlösung.
Kein Optimieren.
Nur Zuhören.

Für sensible Menschen ist echte Präsenz wertvoller als jede Geste.


Vielleicht darf der Valentinstag ab heute für dich ein Tag sein, an dem du dich nicht überforderst.

Ein Tag, an dem du nicht mithältst.
Nicht vergleichst.
Nicht funktionierst.

Sondern in dem du dich bewusst verbindest.

Mit deinem Partner.
Mit einer Freundin.
Oder mit dir selbst.

Liebe ist kein Event.
Sie ist ein Zustand von Aufmerksamkeit.

Trau dich hochsensibel zu sein. Die Welt braucht mehr von dir!

Liebe Grüße
Silvia


Entdecke mehr von Frau Sensibelchens Blog – Silvia Wagner

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Kommentar verfassen

Ich bin Silvia

Willkommen auf Frau Sensibelchens Blog. Ich bin Silvia Wagner, Mentorin für sensible Frauen und psychosoziale Beraterin. Auf meinem Blog nehme ich dich mit auf meine Reise vom hochsensiblen, schüchternen Mädchen zur Frau, die ihre Erfüllung im Berufsleben gefunden hat. Begleite mich durch meine Täler des Schmerzes, der Angst und der Selbstzweifel genauso, wie auf die Anhöhen des Glücks, der Freude und der Zuversicht.

Folge mir für mehr!

Podcast „Frau Sensibelchen – Der Mutmacherpodcast für sensible Vielseitigkeit“ – letzte Folgen

Entdecke mehr von Frau Sensibelchens Blog - Silvia Wagner

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen

Entdecke mehr von Frau Sensibelchens Blog - Silvia Wagner

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen