2016. Ich blicke zum Abschied nochmal aus dem riesigen bodentiefen Fenster des Büros im 1. Stock des Landhausviertels. Meine Augen wandern von links nach rechts über den Park und ich halte kurz inne.
Nicht mal im Traum hätte ich vor fast zwei Jahren daran gedacht, dass ich jemals an so einem Ort arbeiten würde.
Meine Gedanken reisen zurück an den ersten Tag hier. Es war vor über einem Jahr, an dem ich diesen Raum betreten habe.
Wie voller Freude und Stolz ich war, hier sein zu dürfen.
Es fühlte sich an, als hätte ich einen verborgenen Schatz gefunden. Und als würden sich plötzlich geheime Türen öffnen.
Und als würde die Trostlosigkeit meiner bisherigen beruflichen Laufbahn endlich verblassen.
Nachdem ich über diese Outplacementstifung meine Ausbildung zur Berufs- und Sozialpädagogin begonnen hatte, war dies der erste Tag im Praktikum in St. Pölten.

Ich war so glücklich über die freundlichen Kolleginnen, die nette Chefin und das vielseitige neue Aufgabenfeld in der Erwachsenenbildung und im Büchereiwesen. Es war alles so neu, so aufregend und die Kolleginnen waren so wertschätzend. Ich war so erfüllt von meinem neuen Berufsglück, dass ich bereit war, wirklich alles zu tun, um diesen Job behalten zu können. Denn wenn ich mich bewähren würde, so meinte meine Chefin, würde sie mir nach dem Praktikum eine fixe Anstellung anbieten.
Ich dachte, das wäre jetzt meine große Chance.
Die EINE Chance.
Für mich schien ein Traum in Erfüllung zu gehen.
Und auf meiner Nase saß groß und breit eine dicke rosarote Brille.
Aus heutiger Sicht war es nur verständlich. Nachdem ich ein Jahr zuvor meinen Job nach vielen Jahren verloren hatte und ich anschließend einen Knöchelbruch und zwei OPs hinter mich bringen musste, war mein Selbstwertgefühl ziemlich im Keller.
Dieses Praktikum und diese Ausbildung waren der Start in komplett neues Berufsleben.
Es machte mir sogar Freude, mit dem Zug zwei Tage pro Woche nach Linz in die Ausbildung und zwei Tage nach St. Pölten zu pendeln. Im Zug habe ich gelernt oder mir Arbeit mit nach Hause genommen. Ich war hungrig nach Wissen, nach neuen Erfahrungen, nach neuen Herausforderungen. Deshalb sagte ich zu allem JA.
Ich dachte, ich würde auf diesem Weg endlich meine berufliche Erfüllung finden. Denn genauso fühlte es sich am Anfang an. Doch nach einiger Zeit bemerkte ich, dass es sich in eine ganz andere Richtung entwickelte. Ich würde immer müder und bekam massive Probleme mit der Haut. Und ich verlor mich selbst immer mehr aus den Augen.
Erst viel später erkannte ich, ich befand mich im People Pleasing Modus par excellence.
Was ist People Pleasing?
People Pleasing bedeutet, dass …
- du die Bedürfnisse und Wünsche der anderen über deine eigenen.
- du JA sagst, obwohl du tief in deinem Inneren NEIN fühlst.
- du dich anpasst, um dazuzugehören, anerkannt und geliebt zu werden.
Gerade sehr sensible, feinfühlige Frauen machen das. Warum?
- Weil wir Stimmungen und Bedürfnisse der anderen sehr schnell wahrnehmen.
- Weil wir Harmonie wollen und Konflikten gerne aus dem Weg gehen.
- Weil wir Angst vor Ablehnung haben.
ABER: People Pleasing kostet enorm viel Energie. Und ohne Energie wirst du deine berufliche Erfüllung nicht finden.

Du verfolgst die Träume der anderen, nicht deine eigenen.
Jahrzehntelang habe ich die Erwartungen, Wünsche und Forderungen anderer über meine eigenen gestellt. In diesem Praktikum war es genauso.
Ich habe JA gesagt, obwohl ich innerlich ein NEIN spürte. Ich habe mich an angepasst, weil ich unbedingt diese Fixanstellung bekommen wollte. Ich wollte anerkannt und wertgeschätzt werden. Etwas, dass ich in meinem früheren Job immer vermisst habe.
Ein Artikel über die Psychologie des Erfolges (vgl. https://awardforce.com/de/blog-de/artikel/die-psychologie-des-erfolgs-warum-anerkennung-heute-wichtiger-ist-denn-je/) beschreibt, dass Anerkennung eine besondere Beziehung zum Belohnungssystem unseres Gehirns hat. Denn es setzt dabei Dopamin frei. Und Dopamin ist das Hormon, das für Freude und Motivation verantwortlich ist. Wenn also Anerkennung bekommen, dann signalisiert das unserem Gehirn: „Das war gut, bitte mehr davon“.
Erst als ich erkannt hatte, dass diese Jagd nach Anerkennung sich nach einer Weile nicht mehr gut, sondern ungesund anfühlte, gelang es mir Grenzen zu setzen. Ich schaffte es, aus diesem Kreislauf auszubrechen und dieses Praktikum abzuschließen, ohne die Fixanstellung anzunehmen. Und zwar mit einem guten, stimmigen Gefühl.
Und dann passierte etwas Wunderbares.
Meine Hautprobleme waren wie weggeblasen.
Und plötzlich verspürte ich eine unbändige Energie.
Energie für meine eigenen Ziele.
Energie für meine eigenen Träume.
Energie für meine berufliche Veränderung.
Seit 10 Jahren habe ich meine berufliche Erfüllung gefunden.
- Weil ich gelernt habe, meine eigenen Bedürfnisse von denen der anderen zu unterscheiden und wahrzunehmen.
- Weil ich gelernt habe, NEIN zu sagen.
- Weil ich gelernt habe, endlich ehrlich zu mir selbst zu sein.
Was kannst du tun?
- Erkenne dein eigenes People Pleasing?
- Wann sagst du Ja, wenn du Nein meinst?
- Wessen Erwartungen erfüllst du in Wirklichkeit? Deine eigenen oder die von jemand anderen?
- Lerne Nein zu sagen!
- Übe am Anfang, Nein zu kleinen Dingen zu sagen.
- Sage Nein nach dem INGA-Prinzip:
- I= Interesse
- N=Nein
- G=Grund
- A=Alternative
- Höre wieder auf deinen eigenen Bedürfnisse!
- Was brauchst du gerade wirklich?
- Was erfüllt dich?
- Was würde dir jetzt gerade gut tun?

Du willst erfahren, wo du gerade stehst?
- Dann gehe auf meine Website http://www.silvia-wagner.at und mache den kostenlosen „Berufliche-Erfüllung-Test“
- Finde heraus, welcher berufliche Erfüllungs-Typ du bist
Hör auch gerne in die neue Podcastfolge dazu rein.
Wenn du mehr darüber wissen möchtest, wie du als hochsensible Frau deinen berufliche Erfüllung finden kannst, dann folge mir auf meiner Website, auf Facebook oder Instagram oder hinterlasse mir eine WhatsApp Sprachnachricht unter 0699/11 66 39 84 und stell mir deine Fragen zu.
Ich werde sie dann in den kommenden Podcastfolgen und im Blog beantworten.
Trau dich hochsensibel zu sein, denn die Welt braucht mehr davon.
Alles Liebe
Deine Silvia










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